Bienenkönigin mit rotem Punkt auf dem Rücken aus dem Jahr 2018

Die Königin ist tot, es lebe die Königin!

Heute bei der Durchsicht eine leere Weiselzelle entdeckt, dann noch eine und noch eine… und die Königin mit dem roten Punkt auf dem Rücken? Unauffindbar!

Da hat mein “Muttervolk”, das erste mit dem ich 2018 mit der Imkerei angefangen habe, wohl still und leise umgeweiselt. Das machen Bienen, wenn die Königin alt wird, verletzt, krank oder nicht mehr ausreichend fruchtbar ist. Hier war es wohl das Alter beziehungsweise die mittlerweile nachlassende Fruchtbarkeit. Nach zwei bis drei Jahren ist der Spermienvorrat vom Hochzeitsflug aufgebraucht und die Legeleistung der Königin lässt nach. Das Volk weiselt um und verlangt nach einer jungen Regentin.

Die neue Königin hat sich noch nicht gezeigt. Sie versteckte sich bei der Durchsicht vermutlich irgendwo zwischen den Arbeiterinnen auf einer Wabe. Im nächsten Jahr bekommt sie dann einen blauen Punkt auf den Rücken geklebt. |erf

Warum wird eine Bienenkönigin markiert? →

Wanderwege Pfälzerwald Erzhütten

Bienen und Wandern

Einige Imker wandern – zum Beispiel vom Rapsfeld in den Kastanienhain, um so Sortenhonig zu ernten.

Die Erzhüttenimker lassen ihre Bienen rund um Kaiserslautern Nektar und Pollen sammeln. Noch wandern wir nicht. Im Pfälzerwald und auf den Wiesen rechts und links des Lautertals finden unsere Bienen ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Blütenangebot. So entsteht ein köstlicher Honig.

Wer das Revier unserer Bienen kennenlernen will, ist eingeladen, die Erzhütten zu erkunden. Los geht´s am Steigerhügel, dort folgt man dem mit “Schlägel und Eisen ⚒” markierten Wanderwegen →

Wir wünschen viel Spaß beim Wandern und Entdecken.

Bienenbart

Sommernacht

Die Honigernte ist eingetragen, der Sommerhonig ist abgeschleudert – Zeit, vorm Bienenstock die lauen Sommerabende zu genießen…

Danke Mädels für das süße Gold.

Wie wird Honig cremig?

Damit Honig im Glas nicht fest und hart wird, sondern sich zart und cremig übers Frühstücksbrötchen streichen lässt, wird er über mehrere Tage hinweg morgens und abends gerührt, gerührt und gerührt … und gerührt und gerührt.

Pia Aumeier und Gerhard Liebig, beides renommierte Bienenwissenschaftler, empfehlen eine andere Methode, die ich dieses Jahr ausprobiere: “Einmal rühren ist genug” (.pdf)

Kurzfassung der Arbeitsschritte:

  1. Honig kristallisieren lassen und den festgewordenen Honig abschäumen
  2. Honig auf Bienenstocktemperatur (35 Grad Celsius) erwärmen und nochmals abschäumen
  3. Mit dem Rapido-Honigrührer (oder Bieno Rasant) rühren
  4. Honig zehn bis 24 Stunden stehen lassen, gegebenenfalls nochmal abschäumen
  5. Abfüllen
  6. Gläser kühl lagern, nach etwa acht Tagen ist der Honig feinsteif

Winterfutter

In der Imkerei wird schon im Sommer an den Winter gedacht. Nach der letzten Honigernte (sie steht bei uns noch aus) werden die Bienen für den Winter vorbereitet und “eingefüttert”. Sie bekommen dazu einen Teil ihres Honigs zurück, außerdem füttern wir APIINVERT. Das ist ein fructosehaltigen Zuckersirup. Den haben wir schon mal eingekauft. APIINVERT besteht aus Zucker (Saccharose), Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose). Der Sirup enthält somit keine Zuckerarten, die darmbelastend wirken. Außerdem vermindert der garantierte Gehalt an Fruchtzucker die Kristallisationsneigung des Produkts.

Drohnenschlacht

Kurz und tragisch: Das Leben einer Drohne. Männliche Bienen haben es schwer. Ihr kurzes Leben, was ihre Aufgabe ist und warum sie am Ende ihrer Tage aus dem Bienenstock vertrieben werden ist hier gut beschrieben: bee-careful.com

Royalblau

Vor etwa sieben Wochen haben wir einen Bienenschwarm eingefangen (siehe →). Jetzt haben wir die Königin zum ersten Mal entdeckt und sie gleich gezeichnet.

Eure Majestät trägt dieses Jahr royalblau. 🔵 🐝 👑

Warum wird eine Bienenkönigin markiert?

Die Bienenkönigin wird markiert, indem der Imker ihr beispielsweise ein kleines farbiges (Opalith)Plättchen mit Leim auf den Rücken klebt. Imker sagen dazu, “die Königin wird gezeichnet”.

Jedes Jahr hat seine eigene Farbe. Die Farben sind international genormt und wiederholen sich alle fünf Jahre. Dieses Jahr (2020) ist Blau dran.

Wenn die Weisel gezeichnet ist, weiß der Imker genau, in welchem Jahr sie geschlüpft ist. Eine Königin wird etwa fünf Jahre alt. Bei der Durchsicht des Bienenvolks findet der Imker die Stockmutter leichter und kann besser auf sie achtgeben, damit sie nicht versehentlich zerdrückt wird.

Wie wird eine Bienenkönigin gezeichnet?

Zuerst mussten wir die Königin unter all den Bienen finden. So ein Bienenvolk besteht im Sommer schon mal aus mehreren zehntausend Bienen. Die Königin ist größer als eine Arbeitsbiene.

Wenn wir die Königin auf einer Wabe ausgemacht haben, wird sie eingefangen. Das ist manchmal gar nicht so leicht, sie in den Zeichenfänger (im Bild das gelbe Gerät) zu schubsen. Hilfreich kann da ein Abfangkäfig sein (im Bild das silberfarbene Gerät). Den Käfig stülpt man über die Biene. Danach lässt man die Stockmutter vom Käfig in den Zeichenfänger klettern. Jeder Imker hat seine eigene Methode.

Im Zeichenfänger kann man die Weisel mit Schaumstoff so fixieren, dass sie still hält und der Imker sie in Ruhe markieren / zeichnen kann. Dann gibt man der Königin im Zeichenfänger wieder Raum, bis das Plättchen angetrocknet ist. Jetzt wird sie zurück in die Beute gesetzt, wo sie von ihren Arbeiterinnen in Empfang genommen und sogleich geputzt wird. Dann verschwindet sie flugs in einer Wabengasse. Bei der nächsten Durchsicht des Bienenvolks ist die Stockmutter nun an ihrem farbigen Punkt ganz leicht zu erkennen.

Fleißiges Bienchen

Gewusst? Pro Tag fliegen die Sammlerinnen eines Bienenvolks über 150.00 Mal aus, um Pollen und Nektar zu sammeln.

Ein amerikanischer Forscher hat einmal eine Biene auf ihrem Sammelflug verfolgt. Sie kehrte erst nach 106 Minuten in ihren Stock zurück, in dieser Zeit flog sie 1.446 Blüten an.

Für ein Kilogramm Honig müssen Bienen mehrere Millionen Blüten anfliegen. Sie legen dabei etwa 120.000 Kilometer zurück. Das entspricht ungefähr drei Flügen um die Erde.